Gastbeitrag
München

Stärken managen statt Stärken stärken - Der richtige Job macht Spaß und zufrieden!

Warum arbeiten manche Menschen mit sichtbar mehr Energie, Leichtigkeit und Sinn? Die Antwort liegt in der Aktivierung unseres Belohnungssystems und darin, wie gut unsere Motive und Stärken zum Job passen. Wer versteht, was ihn oder sie antreibt, schützt sich vor Überlastung, findet echte Zufriedenheit und gestaltet ein Arbeitsleben, das Erfolg und Belohnung verspricht und vor Erschöpfung bewahrt.

Ein Gastbeitrag von Alexandra Hagemann.


Stärken managen statt stärken – warum der richtige Job Freude und Zufriedenheit aktiviert

Viele Menschen starten nicht mit Vorfreude in ihre Arbeitswoche. Der Sonntagabend fühlt sich schwer an, der Gedanke an Montagmorgen drückt auf den Magen (manchmal sogar schon am Freitagabend). Viele leben noch nach dem alten Prinzip „Arbeiten, um zu leben“. Doch die Realität sieht oft so aus: erschöpfte Teams, innere Kündigung, fehlende Sinnhaftigkeit.

Diese Müdigkeit ist kein persönliches Versagen, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas im Zusammenspiel von Motivation, Stärken und Arbeitsalltag aus dem Gleichgewicht geraten ist.


Motivation, Motive & Stärken: was uns wirklich antreibt

Manche Menschen können sich selbst durch innere Anerkennung motivieren, andere brauchen sichtbares Feedback und Lob von außen. In beiden Fällen gilt: Erreichen wir unser Ziel, schüttet unser Körper Endorphine und körpereigene Opiate aus und wir empfinden Zufriedenheit. 
Genau hier beginnt der Unterschied zwischen Motiven und Stärken: Motive sind die unbewussten Auslöser unseres Handelns. Und unsere Stärken sind mit den unbewussten Auslösern für Motivation verbunden. Für ein genaueres Verständnis sollten wir differenzieren: Auf der einen Seite haben wir unsere fachlichen Fähigkeiten, unsere Kompetenzen, doch die müssen nicht unbedingt mit unseren besonders ausgeprägten Stärken übereinstimmen. Wir können sehr gut in einer Sache sein, auch wenn sie nicht unseren Hauptstärken entspricht. 

Wenn wir in unseren Hauptstärken arbeiten (dürfen), werden wir immer motivierter sein, werden uns die Aufgaben immer leichter von der Hand gehen. Denn da springt unser Belohnungssystem an. 

Qualität erreichen wir mit Kompetenz. Zufriedenheit erreichen wir, wenn wir im Rahmen unserer Stärken kompetent sein dürfen. Das 8S Stärkeprofil® zeigt deutlich, wie unsere Stärken ausgeprägt sind, was uns leicht von der Hand geht und was viel Energie kostet. 

Arbeiten wir überwiegend gegen unsere Stärken, ermüden wir schneller, die Zufriedenheit sinkt und der Weg in den Funktionsmodus („Hamsterrad“) ist nicht weit. Umgekehrt wird dort Kraft frei, entstehen Engagement und Sinn, wo Stärken und Jobanforderungen wirklich zueinander passen.


Burn-out, Burn-on und die Gefahr der Übererfüllung

Nach einer langjährigen Defizitorientierung mit Fokus aufs Ausmerzen von Schwächen bei Menschen tönt seit einigen Jahren der Slogan „Stärken stärken“ doch die Flure der Unternehmen. Doch die letzten Jahre zeigen uns, der reine Fokus auf Aufgaben, die uns liegen, ist ebenfalls gefährlich. Zwar haben Menschen, die gerne arbeiten, keine Bauchschmerzen, wenn sie freitags abends bereits an Montagmorgen denken. Denn sie freuen sich ja auf die Arbeit und die damit verbundene Belohnungserwartung. Die Gefahr besteht jedoch darin, den körpereigenen Akku zu überlasten. Die Folgen daraus sind körperliche Erschöpfung sowie Symptome, die das System ebenfalls ausbremsen, obwohl die Menschen noch hochmotiviert sind. Auch die Medizin hat dieses Phänomen erkannt und es mit Burn-on definiert, häufig eine Vorstufe, die letzten Endes auch zu Burn-out führen kann. 

Der entscheidende Hebel ist also nicht, Stärken zu stärken, sondern sie richtig zu managen. Wer versteht, welche Motive ihn oder sie antreiben und welche Tätigkeiten das Belohnungssystem aktivieren, kann Zufriedenheit aufbauen, Überlastung vorbeugen und den Job wählen – oder gestalten –, der wirklich passt. 
In meinem Vortrag auf der 18. Jobmesse München am 7. und 8. Februar 2026 gehe ich dem Thema Stärken managen auf den Grund. Ich möchte Sie zur Reflexion anregen: Was bringt Ihr Belohnungssystem sofort zum Leuchten? Welche Stärke setzen Sie oft ein, ohne darüber nachzudenken? Bei welchen Aufgaben spüren Sie den Energieabfluss besonders schnell?

Die Antworten könnten der Anfang eines Arbeitslebens sein, das nicht nur funktioniert, sondern Freude macht.
 

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